Der ganz normale Wahnsinn: Das Leben mit Pubertierenden

Der ganz normale Wahnsinn: Das Leben mit Pubertierenden

Dein süßer Lockenkopf von gestern ist heute nur mehr sauer und euer Haussegen hängt die ganze Zeit schief? Die gute Nachricht ist, diese Zeit geht vorüber. Bis es soweit ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen und du solltest dich darauf einstellen, dass in deiner Familie etwas dauerhaft anders wird. Mit Pubertierenden wird alles irgendwie etwas komplizierter. Mit diesen fünf Tipps wird dir das gelingen.

Erziehung war gestern, Begleitung ist heute

Als erstes solltest du dich damit abfinden, dass deine Rolle als Erzieher vorbei ist. Dein Kind hat von dir bereits alles gelernt, was wichtig ist. Es ist jetzt in der Phase, das Gelernte umzusetzen – dein Sohn / deine Tochter wird erwachsen. So wie dein Kind lernt, was Erwachsensein bedeutet, so musst du lernen, was es heißt mit jungen Erwachsenen zusammenzuleben. Verhandeln wird zu deinem wichtigsten Instrument und dein Kind durch diese schwierige Lebensphase zu begleiten deine wichtigste Aufgabe.

Dein Sturz vom Podest

Bis vor kurzem war deine Autorität uneingeschränkt gültig. Ja mehr noch, dein Engel hat zu dir aufgesehen. Auch damit ist es vorbei. Jugendliche lernen, Erwachsene als Menschen mit Stärken und Schwächen zu erkennen. Auch wenn das jetzt wehtut: Auch Väter und Mütter werden hinterfragt. Die neue Urteilsfähigkeit deines Kindes bekommst zuerst und vor allem du zu spüren. Das Infrage stellen und Hinterfragen kann sehr mühsam sein. Auch wenn einfache Anweisungen wie „trag den Müll raus“ zu langen Verhandlungen führen können, sind sie für dein Kind notwendig um Eigenständigkeit zu entwickeln.

Eine Welt ohne dich

Jugendliche beginnen damit, ihr Leben ohne Eltern zu gestalten. Dein Sohn / deine Tochter wird immer mehr Lebensbereiche finden, in denen du keinen Platz hast. Das verunsichert dich und kann Angst machen.

Du solltest an diesem Punkt aber deiner Erziehung Vertrauen. Auch wenn dein Kind sich jetzt anders, für dich möglicherweise unerklärlich, verhält, es ist immer noch dein Kind. Es hat die letzten zwölf oder dreizehn Jahre mit dir gelebt und von dir gelernt.

Regeln ja, Big Brother nein

Schon mal etwas von Hirnanhangdrüse gehört? Aus diesem Teil des Hirns stammen die Hormone, die Pubertierende verrücktspielen lassen – und das hat nicht nur Auswirkungen auf die erwachende Sexualität. Jugendliche müssen es erst lernen, Risiken richtig einzuschätzen und die Folgen von Handlungen zu beurteilen.

Deine klaren und präzisen Regeln können dein Kind bei diesem Lernprozess unterstützen. Du solltest also nicht aufhören, Regeln aufzustellen und die Einhaltung einzufordern. Dein Sohn / deine Tochter wird aber dann am meisten davon profitieren, wenn du ihm / ihr auch Vertrauen entgegenbringst. Das Handy zu überwachen und die Facebook Seite zu kontrollieren wird dabei allerdings nicht helfen.

Fördern und fordern

Du hast dein Kind schon erfolgreich durch die ersten Jahre begleitet, es gefördert und auch gefordert. Das verändert sich nicht; jetzt braucht es dich noch viel mehr – erwachsen zu werden, ist ein hartes Stück Arbeit.

Jugendliche benötigen sehr viel Unterstützung und Begleitung, gleichzeitig lehnen sie sich dagegen auf. Es wird dir daher ungleich schwerer fallen, zu erkennen, womit du deinen Sohn / deine Tochter fördern kannst. Du solltest aber nicht locker lassen!

Eltern bleiben ihr Leben lang die Beschützer ihrer Kinder. Mit etwas Glück und diesen Tipps gelingt es dir, zum Freund deines Kindes zu werden, wenn es erwachsen ist.

Foto: pixabay.com

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