Immer online – muss das wirklich sein?

Immer online – muss das sein?

Social Distancing liegt dank Corona voll im Trend. Während bei realen Treffen ein Wirrwarr aus Beschränkungen und Geboten herrscht, erfreut sich die unkomplizierte Lockerheit des Internets wachsender Beliebtheit. Doch gibt es hier auch zu viel des Guten?

Welche Bedeutung gewinnt das Internet in unserem alltäglichen Leben?

Statistisch gesehen beträgt die Zeitspanne in der du auf dein Smartphone Display siehst zwischen 10 und 15 Minuten. Ganz schön oft, oder? Tatsächlich passiert das andauernde Checken von Nachrichten häufig unbewusst.

Ob PC, Tablet, Smartphone oder Smartwatch – nahezu überall ist es möglich, mit diesen digitalen Medien eine stabile Internetverbindung herzustellen. Somit bist du nie allein und hast fast überall eine Option auf Unterhaltung aus dem Internet.

Abwechslung, Nachrichten, Austausch sowie das Bedürfnis nichts zu verpassen sind die häufigsten Gründe für ein ständiges Onlineverlangen. Bereits jedes Freischalten der Smartphoneoberfläche verursacht ein Glücksgefühl, sodass zunehmend eine Bindung zwischen Realität und der imaginären Parallelwelt entsteht.

Welche Folgen sind zu erwarten?

Wie alles im Leben bringt auch das ständiges Onlinesein nicht nur Vorteile mit sich. Zwar ist es praktisch, sich mit Freunden über Whatsapp, Facebook oder diverse Videodienste auszutauschen, dennoch sollte diese Möglichkeit kein vollständiger Ersatz des echten gesellschaftlichen Lebens darstellen.

Sollte es dir geglückt sein, deine Kinder bislang weitgehend vom Medienkonsum fernzuhalten, hat sich die Situation im Zuge von Lockdown und Homeschooling mittlerweile geändert. Bereits die Kleinsten mussten notgedrungen an die Arbeit mit dem Computer herangeführt werden. Eine der meistgenannten Folgen sind Überreizbarkeit sowie eine beeinträchtigte Konzentrationsfähigkeit.

Solltest du auch noch nach Feierabend online für deinen Arbeitgeber tätig sein, kann es dir zunehmend schwerfallen, eine Auszeit zu nehmen. Besonders dann, wenn du deine letzte geschäftliche Mail unmittelbar vor dem Schlafengehen beantwortest und bereits beim Frühstück schon wieder dienstlich im Einsatz bist, entsteht ein ungesundes Gleichgewicht. In Zeiten von Homeoffice stellt die Trennung zwischen Familie und Arbeitsplatz eine besondere Herausforderung dar, wenn der heimische Küchentisch zum Arbeitsplatz umfunktioniert werden muss.

Obwohl Filme schauen auf YouTube und das Surfen auf Facebook, Instagram und Co ein netter Zeitvertreib darstellt, ist es unter Umständen schnell passiert, dass du deine Zeit einfach verschwendest indem du dich in belanglose Dinge verstrickst.

Wann spricht man von Internetsucht?

Oftmals ist die Rede von Internetsucht, sobald der Blick innerhalb kürzester Zeit wiederholt auf das Smartphone fällt. Tatsächlich wird das Smartphone häufig als modernes Ersatzmedium für Fernsehen oder die klassische Zeitung eingesetzt. Selbst wenn du dein Smartphone täglich mehrere Stunden nutzt, muss dies nicht gleich bedeuten, dass du an Internetsucht leidest.

Erst, wenn du einen Leidensdruck zu verspüren beginnst, sobald du nicht mehr online bist, stellt dies ein erstes Anzeichen für eine Abhängigkeit dar. Fühlst du dich ohne Internet zunehmend gestresst und beginnst, deine realen Sozialkontakte zu vernachlässigen, könnte es sich womöglich um eine Internetsucht handeln. Ein weiteres Indiz für einen Onlinezwang stellt beispielsweise auch das Beantworten von Nachrichten während dem Autofahren dar.

Erkennst du selbst eine gewisse Abhängigkeit, kannst dich aber dem Internet nicht mehr bewusst entziehen, besteht Handlungsbedarf.

Finde dein Gleichgewicht!

Bist du einen Großteil deines Tages online und verlierst deinen gewohnten Alltag zunehmend aus den Augen, ist es Zeit für eine Veränderung.

Sicher ist es ein Segen, das Erlebte zu dokumentieren und mit deinen virtuellen Freunden zu teilen, dennoch solltest du die Realität aber nicht aus den Augen verlieren.

Spätestens dann, wenn du deine Erlebnisse nicht mehr bewusst wahrnimmst, weil du zu sehr damit beschäftigt bist, Aufnahmen für spätere Posts anzufertigen, sollte der Spaß endgültig vorbei sein. Mache dir zum Beispiel vorab Gedanken darüber, ob es wirklich notwendig ist, dass du beispielsweise dein Essen bildhaft dokumentierst, oder ob du dieses einfach nur für dich genießt.

Schaffe dir Freiräume

Auf jeden Fall solltest du versuchen, dir feste Online-Auszeiten einzuräumen. Schaffe dir internetfreie Zeiten, in denen du in Ruhe deinen Hobbies nachgehen oder Zeit mit deiner Familie verbringen kannst. Dabei spielt die Art der Unternehmung keine Rolle. Wichtig ist nur, dass du diese ohne Ablenkung erleben kannst.

Trenne Beruf und Freizeit

Arbeitest du nach Feierabend noch unbezahlt von zu Hause aus für deinen Arbeitgeber, solltest du hier eine klare Grenze setzen. Tatsächlich steht die ständige Erreichbarkeit von Mitarbeitern mittlerweile in einigen Unternehmen an der Tagesordnung. Die zunehmende virtuelle Vernetzung sowie die verbreitete Einführung von Homeoffice tragen dazu bei, dass ein Teil der Arbeitszeit fernab des eigentlichen Arbeitsplatzes erbracht wird. Darunter leidet vor allem die räumliche Abgrenzung von Beruf und Freizeit. Versuche deine Arbeitszeit dennoch auf feste Zeiten zu begrenzen, unabhängig davon wo du diese verbringst.

Verschwende keine Zeit

Überbrückst auch du aufkommende Langeweile gerne mit Facebook, Instagram und YouTube? Dann kannst du sicher bestätigen, wie schnell es passieren kann, dass man sich in unwichtige Dinge verliert. Nicht selten ist Erschöpfung die Folge von einer unproduktiven Arbeitsweise. Besonders wenn du dich bis vor dem Schlafengehen mit deinem Smartphone beschäftigst, arbeitet dein Gehirn noch auf Hochtouren, wodurch dir das Einschlafen erschwert wird.

Alles in allem nimmt das Internet eine wichtige Funktion in unserem Alltag ein. Wenn es dir gelingt, dieses Medium bewusst und in Maßen zu nutzen, erweist sich dies als wahre Bereicherung.

Foto: pixabay.com

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