Handarbeit im Winter – oldschool oder voll im Trend?

Handarbeit im Winter – oldschool oder voll im Trend?

Denkt man zurück an die gute alte Zeit, fällt schnell auf, dass vor allem die Winter stark von Handarbeiten geprägt waren. Vor allem Omas und Hausfrauen verbrachten einen Großteil des Tages mit Nähen, Stricken oder Häkeln. Diese Zeit liegt nun lange zurück und auch die Handarbeiten verloren zunehmend an Bedeutung. Doch mittlerweile hat es den Anschein, als lägen genau diese wieder voll im Trend. Dabei werden die genannten Klassiker sogar noch um weitere Techniken wie Filzen, Knüpfen, Klöppeln, Stopfen oder Flechten ergänzt. Doch was spricht dafür, diese Gewohnheiten wieder aufleben zu lassen?

1. Kreativer Zeitvertreib

In Zeiten von Beschränkungen und Auflagen kann einem durchaus die Lust auf diverse Aktivitäten verloren gehen. Ziehst du es vor, deine Freizeit fernab des alltäglichen Wahnsinns gemütlich in deinen eigenen vier Wänden zu verbringen, ist dies die perfekte Gelegenheit, um deiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Sofern du noch keine Grundkenntnisse besitzt, bieten dir zahlreiche Onlinekurse die Möglichkeit, verschiedene Grundfertigkeiten zu erwerben. Mit etwas Übung gelingt es dir mit Sicherheit, bald dein erstes Werk erfolgreich fertigzustellen.

2. Sinnvolle Beschäftigung

Klar spricht nichts gegen einen entspannten Mittag auf der Couch. Auf Dauer ist dies aber sicher keine optimale Lösung. Einfache Handarbeiten ermöglichen es dir, mit geringem Aufwand praktische und nützliche Dinge anzufertigen. Als mögliche Arbeiten kommen beispielsweise die folgenden Dinge infrage:

– Gehäkelte / gefilzte Taschen
– Gehäkelte Topflappen
– Handtücher
– Tischdecken
– Sofakissen
– Häkeltiere als Spielzeug
– Gestrickte Kleidungsstücke (Mützen / Schals / Socken)
– Pullover oder Decken
– Einzigartige Schmuckstücke
– Flechtkörbe

Bist du noch auf der Suche nach dem ein oder anderen Weihnachtsgeschenk, sind einige Vorschläge bestens als Geschenkidee geeignet.

3. Sparen mit Do it yourself

In Zeiten einer stetig steigenden Inflation sind kostengünstige Tipps besonders wertvoll. Gehörst du bereits zu den etwas fortgeschritteneren Handarbeitskünstlern, lassen sich günstige Anschaffungen mit etwas Geschick ganz einfach aufwerten. So wirken beispielsweise günstige Jeans, deren Hosenaufschläge eigenhändig bestickt wurden, gleich hochwertiger und stilechter. Ebenso stellen mit Schmucksteinen besetzte Pumps eine weitere kreative Möglichkeit dar. Im Hinblick auf die Aufwertung einzelner Dinge sind deiner Fantasie nahezu keine Grenzen gesetzt, sodass du dich hier in vollem Umfang kreativ ausleben kannst.

4. Nachhaltig kreativ

Nachhaltigkeit steht aktuell neben Corona nahezu in allen Lebensbereichen an der Tagesordnung. Betrachtet man den Wirkungsbereich von Handarbeiten aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit, wird deutlich, dass Handarbeitswerke nachhaltiger sind denn je. Denn nachhaltig zu leben bedeutet nichts anderes, als den persönlichen Konsumverzicht drastisch herunterzuschrauben. Diese Voraussetzung ist im Bereich der Handarbeiten ganz klar erfüllt. Mit etwas Übung gelingt es dir im Handumdrehen, kaputte Kleidung zu reparieren. Selbst stark abgetragene Kleidungsstücke müssen nicht zwangsläufig entsorgt werden. Diese lassen sich problemlos zu neuen Gebrauchsgegenständen wie Schultertaschen, Rucksäcke oder Decken umfunktionieren. Ist der Stoff bereits so zerschlissen, dass dieser für neue Dinge nicht mehr infrage kommt, stellt die Verwendung als Putzlappen oder als Staubtuch die letzte Möglichkeit dar.

5. Verlässliche Materialzusammensetzung

Sicher ist dir das auch schon einmal passiert: Du hast in voller Überzeugung ein hochwertiges Produkt erworben und erst bei einem genauen Blick auf das Etikett festgestellt, dass die Ware ursprünglich aus China oder einem anderen fernen Land kommt? Dies ist nicht nur schlecht für die Klimabilanz, sondern auch im Hinblick auf die Qualität. Denn in den meisten Fällen besteht keine Möglichkeit, dem Pflegeetikett konkrete Angaben in Bezug auf die Materialzusammensetzung zu entnehmen.

Sofern Materialien angegeben sind, lassen sich diese nicht überprüfen. Dies gilt außerdem auch für eventuell verwendete Bleich- oder Färbemittel sowie für enthaltene Garne. Diese fehlende Gewissheit kann sich vor allem für Allergiker und hautsensible Menschen als problematisch erweisen, welche besonders empfindlich auf synthetische Fasern reagieren.

Fertigst du deine Produkte in Handarbeit, hast du stets einen Überblick über die verarbeiteten Materialien. Beziehst du ausschließlich Produkte mit einem Bio-Siegel oder von nachhaltig wirtschaftenden Betrieben, ist das verbleibende Restrisiko unscheinbar gering.

Darüber hinaus ist vor allem bei Kleinkindern und Babys die Verwendung von natürlichen und schadstofffreien Produkten ratsam, um Allergien und Unverträglichkeiten von Anfang an vorzubeugen.

6. Flexibel praktizierbar

Zugegeben, klischeehaft bringt man Handarbeiten häufig mit Winter und einem prasselnden Kaminfeuer in Verbindung. Woran das liegt? Schwer zu sagen, vielleicht, weil besonders im Winter gerne warme Socken, Mützen und Schals in Handarbeit gefertigt werden. Ein weiterer Grund dafür könnte sein, dass der Winter früher als Ruhepause genutzt wurde, um anfallende Flickarbeiten zu erledigen. Tatsächlich müssen sich Handarbeiten jedoch nicht ausschließlich auf die Wintermonate beschränken. Da der moderne Arbeitsalltag nicht mehr mit früheren Arbeitsabläufen vergleichbar ist, findet sich auch die notwendige Zeit, ganzjährig einem solchen Hobby nachzugehen.

Darüber hinaus ist es durchaus von Vorteil, dass sich einige Handarbeiten wie Stricken, Häkeln oder Knüpfen ortsungebunden verrichten lassen. Sofern deine Tasche groß genug ist, um das notwendige Zubehör unterzubringen, kannst du sogar auf dem Weg zur Arbeit im Bus oder in der Bahn in Ruhe an deinem Projekt weiterarbeiten. Doch auch im Urlaub oder an entlegenen Plätzen lassen sich Handarbeiten unabhängig von einer Stromquelle ode anderen Voraussetzungen verrichten.

Foto: pixabay.com

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